Bild der Schule sommer

„Wie war es heute in der Schule?“– „Schön!“ antwortet meine achtjährige Tochter mir jeden Mittag fröhlich. Viel mehr kommt nicht. Da muss ich schon nachhaken. Wie ist das mit dem Mund-Nasen-Schutz im Bus, in den Fluren und sanitären Anlagen der Schule, wie mit den Abstandsregeln und wie funktioniert es, dass die Kinder zur Zeit nur in einem kleineren Bereich des Schulhofs in Klassen-Kohorten für sich spielen dürfen? “Gut. Kennen wir ja schon“, so die kurze knappe Antwort. Keine Spur von Verunsicherung oder Schulunlust. Normalität also im Schulalltag?

Corona

Auffällig unruhiger seien die Kinder, berichten Lehrer. Manche Kinder gerieten schneller in einen Streit miteinander, die Grenzen der Belastbarkeit seien rascher erreicht. Schwer fällt auch manchen der älteren Kindern das nun neu verlangte permanente Tragen der Schutzmasken im Unterricht. Gut, dass es da alltägliche Rituale im Unterricht gibt: Den Anfangsunterricht, den Morgenspruch, die Jahresfeste, die gefeiert werden. Wie ausgleichend es auch sein kann, viel draußen zu sein und mit den Händen zu arbeiten in der Naturstunde, im Bewegungsunterricht, beim Malen und Werken oder in der freien Betreuungsstunde.

Lehrer leisten dieser Tage eine Menge. Sind in Zeiten, in denen zu Kontaktbeschränkungen für Gesundheitsschutz aufgerufen wird, selber in ihren Klassen in Kontakt mit über 20 SchülerInnen, reagieren von heute auf morgen auf Hygienekonzepte und situative Veränderungen, wenn es die aktuellen Corona-Bestimmungen erfordern. Sie bekommen die Sorgen und Nöte, die auch zu Hause in den Familien aufgrund der aktuellen Situation spürbar sind, sozusagen mit dem Pausenbrot in die Schule transportiert.

Schön, wenn die Kinder weiterhin so viel Normalität wie möglich mit ihrem Schulalltag erleben dürfen, wenn sie Fragen zur aktuellen Situation stellen und wenn sie über ihre Sorgen sprechen können. Wenn sie Raum bekommen, aufgestaute Verunsicherung auf dem naturnahen Schulhof auszutoben. Wenn sie ihre Freunde und Freundinnen weiter treffen dürfen und spielen können. Das stärkt unsere Kinder und somit auch ihr Immunsystem.

Martina Schmock