Schule winter

Unser Tag der „Elternschule“ bot aufschlussreiche Einblicke in unseren Schulunterricht.

Elternschule 18 01 2020 WEB

„Geschichte, Eurythmie, Geometrie“, so lautete der Stundenplan für interessierte neue Eltern -und auch für mich als Lehrer, die am Samstag unser Angebot wahrgenommen haben, Unterricht in einer Waldorfschule zu erleben.

Einführend wurden die Entwicklungsstufen der 3 Jahrsiebte der Kinder dargestellt, sowie Antworten auf viele Fragen der Mütter und Väter, die ihre Kinder an unserer Schule sehen können, gegeben. Dann ging es in die Unterrichte.

Was von den Fächern her für einen Moment trocken und langweilig zu wirken schien, bekam durch den praktischen Unterricht mit Erläuterungen der jeweils Lehrenden schnell seinen faszinierenden Reiz.

Anhand von Fragen: -wie vermittelt man 11-12 jährigen einer 5./6. Klasse im Fach Geschichte ein Gefühl für Zeit, -für lange Zeitabschnitte? Immerhin eine wesentliche Voraussetzung, überhaupt Geschichte unterrichten zu können, gab es Antworten in Unterrichtsform. Kein Kind würde Geschehnisse und abstrakte Jahreszahlen verstehen, ohne damit in Beziehung zu sein. Wenn es entdecken darf, sich selber mit den eigenen bisherigen Erfahrungen und Erlebnissen in diese Zeitabfolge einsortieren zu können, dann wird das Fach für die Schüler *innen erlebbar. Geschichte wird fühlbar, als Teil des eigenen Erlebens und darum spannend.

Oder Eurythmie. -Was hat es mit diesem Waldorf-spezifischen Schulfach auf sich?

Sehr viel mit einem Gefühl des Miteinanders; Gefühl für den eigenen Körper, die eigenen Bewegungsabläufe zu entdecken. Sinnesschärfung. Freude und Erfahrungen an der Bewegung im Einklang mit Seele-Geist-Körper.
Das habe ich für mich selber gespürt, ebenso bei den Eltern gesehen und im gemeinsamen Gespräch danach reflektiert bekommen: -eine Bereicherung für den ganzen Menschen.

Als drittes Fach stand Geometrie an: -wie kann ein „langweiliges“, da perfektes Quadrat in der zeichnerischen Untersuchung erlebbar werden für Schüler*innen? Und dazu seine verborgenen Geheimnisse offenbart werden? Wie verhält sich so eines zu seinen Geschwistern, dem Rechteck? Der Raute? Sehr spannend in diesem Unterricht die Herangehensweise erleben zu dürfen!

Das Zitat einer teilnehmenden Mutter, dass: „sie sich für ihre eigene Schulzeit solch eine spannende Vermittlung sehr gewünscht, diese aber schmerzlich vermisst hätte“, lässt etwas von der anderen Herangehensweise unseres Waldorfunterrichtes erahnen.

Ein schöner Samstag mit interessierten Menschen.

René Rameil (Kunst- & Werklehrer)

 

Hier aus dem Weser-Kurier vom 19.01.2020 der passende Zeitungsbericht. Mit Dank an die Autorin Bärbel Rädisch: Link